Hormonelle Stoffwechselstörungen

Fast alle im Körper gebildeten Hormone haben Einfluss auf den Knochen. Die durch Vitamin D-Mangel ausgelöste Osteomalazie wurden bereits im oberen Abschnitt beschrie-ben. Darüber hinaus spielt das Parathormon eine besondere Rolle, gebildet in der Nebenschilddrüse. Dieses Hormon steuert ganz wesentlich den Calcium/Phosphat-Stoffwechsel des Knochens. Ein anderes Hormon, das in der Nebenniere gebildete Cortisol, führt bei Überproduktion zu Osteoporose. Auch die Schilddrüsenhormone, sowohl bei Über-(Hyperthyreose) als auch Unterfunktion (Hypothyreose), beeinflussen Knochenwachstum und Knochenfestigkeit. So führt eine Hypothyreose im Säuglings- und Kindesalter zu starker Wachstumshemmung. Eine Hyperthyreose führt zu Osteoporose. Störungen der Hormonproduktion in der Hypophyse (Hirnanhangsdrüse) können sowohl zu Zwergenwuchs als auch zu Riesenwuchs führen. Das Nachlassen der Sexualhormon-Produktion führt sowohl bei Männern als auch bei Frauen zu Osteoporose.

Schwangerschaften fördern ebenfalls Osteoporose. Ferner hat ein Diabetes mellitus Auswirkungen auf den Knochenstoffwechsel.


Blutkrankheiten

Eine wesentliche Funktion des Skeletts ist die Blutbildung im Knochenmark. Deshalb führen Erkrankungen des blutbildenden Organs zu Knochenproblemen, einschließlich zu Spontanfrakturen.


Bösartige Tumore

Es gibt eine Vielzahl primärer Knochenumore, die meist bei Kindern und jugendlichen Erwachsenen auftreten. Im höheren Lebensalter sind es häufig Absiedelungen (Metastasen) eines primär außerhalb des Skeletts lokalisierten Tumors. Besonders häufig entstehen Knochenmetastasen beim Bronchialkrebs und Brustkrebs.


Magen-Darm-Krankheiten

Alle Erkrankungen, die zu einer verminderten Aufnahme von Mineralien und Vitaminen des Knochenstoffwechsels einhergehen, also in aller Regel Erkrankungen mit chroni-schem Durchfall, können Folgen für den Knochen haben, so die entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn, Colitis ulcerosa oder auch die nicht seltene Sprue (=Gluten-Unverträglichkeit).


Nierenkrankheiten

Eine eingeschränkte Nierenfunktion führt zu einer nachhaltigen Störung im Vitamin D-, Parathormon-, Calcium- und Phosphat-Stoffwechsel (=renale Osteopathie).


Medikamente, die auf den Knochen wirken

Cortison steht hier an erster Stelle. Es führt nahezu immer bei längerfristiger, höherdosierter Einnahme (5mg Prednisolon pro Tag oder mehr) zu Osteoporose. Eine Vorbeugung ist durch die Gabe von Vitamin-D und ausreichnender Calciumzufuhr, ggf. zusätzlichen Bisphosphonaten, möglich. 

Aber auch blutgerinnungshemmende Medikamente (langdauernde Heparingabe) und manche Diuretika (=Wassertabletten) können zu Osteoporose führen.

 

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